ACREDIA Medienaussendung: Globaler Digitalisierungsindex

Österreich rutscht ab

Digitalisierungsindex 2020

Wien, 15. April 2021

  • USA klarer Sieger vor Dänemark und Deutschland
  • Österreich verschlechtert sich gegenüber 2019 um einen Rang auf Platz 13
  • Asien auf dem Vormarsch: China und Hong Kong unter den Top-10-Ländern weltweit
  • Analyse zeigt: Digitalisierungskompetenz ist ein Hebel für erfolgreiche Pandemiebewältigung

"Österreich zählt zu den Ländern mit der besten Infrastruktur und einem sehr guten Ökosystem für Wissen und Bildung, hinkt aber bei deren Umsetzung weiter erheblich hinterher. Aus unserer Sicht erhöhen sich dadurch die Gefahren unternehmerischer Risiken", fasst Acredia Vorständin Gudrun Meierschitz die Ergebnisse des Enabling Digitalization Index (EDI) 2020, durchgeführt von Acredia und Euler Hermes, zusammen.  

Der Index bewertet nicht allein den Status Quo der Digitalisierung in 115 Ländern, sondern auch förderliche Rahmenbedingungen anhand von fünf Komponenten: Regulierung, Wissen, Konnektivität (Vernetzung), Infrastruktur und Größe. Der EDI misst also die Fähigkeit – und Agilität – von Ländern, digitalen Unternehmen zu helfen, zu florieren sowie traditionelle Unternehmen zu unterstützen, digitale Chancen zu nutzen. 

Dänemark überholt Deutschland und belegt erstmals Platz zwei

Die USA, Dänemark und Deutschland belegen dabei erneut die ersten drei Plätze. Bemerkenswert ist, dass Deutschland jedoch im Vergleich zu den Vorjahren an Boden verliert und sich um einen Platz auf Platz drei verschlechtert, mit einem stark aufholenden China im Nacken.

Österreich rutscht im aktuellen Ranking um einen Platz auf Platz 13 ab. Dies ist vor allem einer – im Vergleich zu den Vorjahren – deutlich schlechteren Konnektivitätsqualität geschuldet. Auffallend ist auch, dass vergleichbar gleich große Länder wie beispielsweise Dänemark und Schweiz wiederholt deutlich besser abschneiden. Beide zählen zu den Top-10-Ländern, Dänemark belegt erstmals sogar Platz zwei und liegt damit noch vor Deutschland!

„Auch wenn die Digitalisierung hierzulande durch die Covid-19-Pandemie einen Schub erhalten hat, muss Österreich achtgeben, nicht ins Hintertreffen zu geraten. Deswegen müssen wir jetzt die Weichen stellen – bei den Rahmenbedingungen ebenso wie bei Investitionen und der praktischen Umsetzung in den Unternehmen. Dies ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für den Wirtschaftsstandort Österreich, gerade in der Krise" so Meierschitz weiter. 

USA haben klar die Nase vorn, China am Weg zum digitalen Weltmeister

Die USA liegen aufgrund ihres erstklassigen Wissens-Ökosystems, der Größe des Marktes und der günstigen regulatorischen Rahmenbedingungen mit Abstand an der Spitze.

Unaufhaltsam scheint der Aufstieg Asiens zu sein. China katapultiert sich auf Platz vier (2019: Rang 9), Hong Kong verbessert sich um vier Plätze auf Rang 7 und Korea verdrängt Österreich und firmiert erstmals unter den Top-15-Ländern weltweit auf Rang 12.

„Die Digitalisierung wirkt – wenig überraschend – bei der Bewältigung der Covid-19-Pandemie als Hebel. Die Studie hat ergeben, dass die Spitzenreiter des Enabling Digitalization Indexbisher wirtschaftlich besser durch die Covid-19-Pandemie gekommen sind, als diejenigen Länder, die beim Potenzial für die Digitalisierung hinterherhinken", so die Ökonomin Meierschitz.

 

Die vollständige Studie finden Sie hier:
https://www.acredia.at/fileadmin/04_news-presse/01_meldungen/2021_04_15_Digitalisierungsindex/Digitalresilience.pdf

 

Acredia Infografik EDI 2020:
https://www.acredia.at/fileadmin/04_news-presse/01_meldungen/2021_04_15_Digitalisierungsindex/Digitalisierungsindex-2020.jpg

 

 Methodologie

Der Enabling Digitalization Index (EDI) von Acredia und Euler Hermes analysiert die Bedingungen für die Digitalisierung von Unternehmen. Die Punktzahl besteht aus 5 Komponenten:

  1. Regulierung:

Ein günstiges Unternehmensumfeld ist ein starker Treiber für Finanzierung, Investitionen und Unternehmertum. Wir verwenden den Indikator „Distance To Frontier“ aus der “Doing-Business-Umfrage“ der Weltbank. Der Indikator ist ein Anhaltspunkt für Regulierungsaspekte, die für die Digitalisierbarkeit von Bedeutung sind (leichte Kreditaufnahme, Schutz von Minderheitsinvestoren).

 

  1. Wissen/Bildung:

Die Entwicklung, der Austausch und die Nutzung von Wissen sind im digitalen Zeitalter von zentraler Bedeutung. Klare Wissenstreiber sind der Aufbau von Humankapital und Innovationspotenzial. Wir verwenden den vom Weltwirtschaftsforum entwickelten „Skills-Score“ (Anteil der Schüler an weiterführenden Schulen sowie mit Hochschulausbildung, Qualität des Bildungssystems, Umfang der Ausbildung der Arbeitnehmer, digitale Kompetenzen) und den „Innovation-Score“ (Forschung & Entwicklung von Unternehmen, Zusammenarbeit zwischen Universitäten und Privatwirtschaft, Gesetze zum Schutz geistigen Eigentums).

  1. Vernetzung/Konnektivität:

Diese Komponente betrifft sichere und zugängliche Netze für die digitale Transformation. Sie wird anhand von vier Indikatoren bewertet: der Internetnutzerquote (die Anzahl der Personen, die das Internet nutzen, in Prozent der Bevölkerung), den Verträgen für Mobilfunk- und Festnetzanschlüsse pro 100 Personen und der Anzahl der sicheren Server pro 100 Personen.

  1. Infrastruktur:

Eine gute Logistik ist ein Garant für digitale Attraktivität. Wir verwenden den “Logistic Performance Index“ (Doing Business) als Indikator für sowohl weiche als auch harte logistische Infrastruktur.

 

Anhänge:

Pressefoto Gudrun Meierschitz (Fotocredit: Acredia/M. Draper):

 

15. April 2021

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